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Es ist nur eine Geschichte

Ich wuchs auf im Umfeld von „Liebe für Leistung“.
Nie war ich gut genug. Nicht mal im Sport, auch hier verweigerte ich mich.
Alle brachten die geforderte Leistung – nur ich nicht.

Der Weg war vorgegeben: Schule, Gymnasium, Abitur, Studium, Karriere.
Im Finale dann Heckenschere, Carport und Thermodings. Sonntags schneidet er die Hecke und Du machst die Schnittchen. Oder umgekehrt. Danach kommen die 2 Cent Würstchen auf den Grill, der mehr kostet als ein altes Autor.

Alle gingen diesen Weg – nur ich nicht.

Schon früh war mein inneres Mantra klar: Leistest Du, bist Du liebenswert. Leistest Du nicht, hast Du verschissen.


 

Mein Mantra wurde mir innerer Wegweiser und Kompass. Es diente mir zur Flucht. War Leistung gefordert, war ich weg. 

Irgendwann wollte ich Leistung bringen, ich nannte es nur anders und war blockiert, mein Mantra war ja fast so alt wie ich selbst. Und es war klar: Bei meiner Geschichte konnte ich ja nichts leisten, alle verstanden, bei der Vergangenheit…

Dies ist eine Geschichte. Und ein bisschen ist es auch meine Geschichte. Und von unzähligen Klient*innen weiß ich, es ist auch ihre Geschichte. Und Deine auch! Denn:

Bei aller Härte: Es ist ‚nur‘ eine Geschichte…

Was Dir und mir passiert ist war ohne Frage Scheiße. Das verstehe ich. Ohne Dir zu nahe treten zu wollen: Es gibt leider unzählige dieser Geschichten da draußen.  Weißt Du, wie sie sich zusammenfassen lassen? Weißt Du, was der Kern all dieser Geschichten ist?

Du bist nicht gut genug.

Du bist es nicht wert.

Du kannst es sowieso nicht.

Du bist nicht liebenswert.

(An dieser Stelle muss ich, verzeih, immer kotzen).

..die Du Dir selbst erzählst

Was Du früher gehört hast, von Deinen Eltern, Lehrern, in der Schule oder von Freunden, wirst Du heute nur noch selten hören. Also machst Du brav weiter und erzählst Dir all diese Lügenmärchen selbst. Tag und Nacht. Wieder und wieder und wieder. Und dann wertest Du das auch noch und pendelst, bisweilen unbewusst, zwischen Wut, Verzweiflung und tiefer Traurigkeit.

Diese widerlichen Geschichten sind nicht nur in Deinem Gehirn gespeichert, nein, sie sind in Deinem ganzen Körper verteilt, bis in jede einzelne Zelle. Und gibt eine Zelle ihren Geist auf, gibt sie die Info an die neuen Zellen weiter. Hauptsache, die alten Geschichten bleiben lebendig.

Wenn Du es weißt, kannst Du es ändern

Ja, so zusammengefasst klingt das alles echt mies. Und fast wie ein Vorwurf. Falls es Dich beruhigt: Ich war viele Jahre meines Lebens selbst amtierender Weltmeister im Mir-selbst-das-Leben-verkacken-mit-meinen-alten-Geschichten. Ohne es zu wissen, was ich mir da selbst antat. Ich kannte es ja nicht anders.

Womöglich kennst Du es auch nicht anders. Bis jetzt…

Ich wurde geweckt. Vom Leben. Mit der Keule. Und weil ich offensichtlich manchmal langsam lerne, bekam ich die Keule zweimal: Ich hatte zwei ordentliche Depressionen. Nach der ersten hatte ich einen Teil verstanden, kam dann wieder in altes Fahrwasser und bemm, schlug die zweite Keule in Form einer zweiten Depression voll zu. Ohne Gnade.

Jetzt war ich wach. Und war in Therapie. Auch wenn sich alles in mir gegen Psychotherapie wehrte: sie half mir, tat mir gut. Ich tat etwas für mich. Begriff: Ich bin liebenswert.

Wenn Du das vermeiden willst

Ich notiere das alles nicht, um zu jammern oder Dir vermeintlich stolz zu zeigen, was ich alles durch habe. Nein. Mir geht es darum:

Muss es immer so weit kommen? Muss es immer zu Diagnosen kommen? Zu schweren Schicksalen? Und: Was kann ich selbst tun, damit es nicht wieder so weit kommt? Das ist die entscheidende Frage. Prävention das entscheidende Stichwort.

Da draußen gibt es gefühlte Millionen von Ansagen, was Du alles tun musst (Aha??), um Dein Leben in Licht und Liebe zu führen. Von Soja statt Milch, von lauwarmen Kamillentee bis hin zu schrägen Gesängen morgens um drei in Nachbars Garten ist alles dabei. Wenn Dir derlei guttut: wunderbar.

Mich schreckt das eher ab. Was auch gut ist, denn das sind die Momente, bei denen sogar ich den 100m Lauf in unter vier Sekunden schaffe, nur um vor diesen Ansagen zu flüchten.

Was mir enorm hilft und schon tausenden anderen geholfen hat, ist nicht der neueste Schrei aus der New Yorker Bronx oder von den Stränden Hawaiis, es ist eine Methode fast so alt wie die Menschheit selbst. Und weil die Methode alt ist, weil sie irgendwie unmodern klingt und nach alten kratzige Füllfedern und Kerzenwachs riecht, wird sie selten wirklich ernst genommen. Dabei ist sie nicht mal esoterisch, sondern ihre Wirksamkeit ist wissenschaftlich wiederholt belegt worden. Diese Methode hat tatsächlich zwei schwerwiegende Nachteile, weshalb sie Dich womöglich wenig reizen wird:

  •  Sie ist nicht die 3-Minuten-Mikrowellenmahlzeit-und-dann-ist-Deine-Vergangenheit-aus-den-Zellen-Methode. Diese Methode braucht Zeit und vor allem Geduld und Mut. Dafür wirkt sie dann nachhaltig.
  • Diese Methode wirkt weder im Schlaf (da wirkt sie allerdings nach) und sie macht ihren Job nicht alleine. Du selbst musst antreten und etwas tun. Am besten sogar täglich. Und doch musst Du dafür nicht Deinen Job aufgeben…

Trotz dieser vermeintlich üblen Nachteile möchte ich Dir davon erzählen. Weil sie seit vielen Jahren mein Leben positiv verändert und das zahlreicher meiner Klient*innen ebenso:

Schreibe Deine Geschichte neu. Punkt.

Ja, Du hast richtig gelesen: Anstatt Dir selbst immer die ollen Kamellen wieder und wieder und wieder zu erzählen, mit dem immer selben Ergebnis, schreibst (!!) Du jetzt Deine Geschichte neu. Ja, das geht. Nein, das ist kein -sich-selbst-belügen. Das funktioniert wirklich. Auch wissenschaftlich bewiesen.

Oha. Spüre ich da deinen inneren Widerstand? So einfach soll das gehen? Wenn das so leicht wäre, dann… Ja, alles schon selbst gesagt, alles schon selbst hunderte Male gehört. Achja , die Krönungsmesse der Ausreden feiern wir dann mit dem ollen Klopfer: Ich kann nicht schreiben.

Meine Empfehlung: Warte nicht auf den angesagtesten Hype, es sei denn, Du dackelst nur dahin, wo andere Leute auch hin dackeln. Und wisse es nicht besser, warum es nicht funktionieren kann, sondern tue es. Tue es mal einige Monate (oh fuck, nicht in einer kostenlosen 3-Tages-Challenge fertig?) und dann ruf mich an und erkläre mir, warum es nicht funktioniert. Und dann lachen wir zusammen und feiern Dein neues Leben – dank einer einfachen alten Methode.

Ich wünsche Dir allen Erfolg damit und alle Liebe und vor allem Mut und Durchhaltevermögen. Du wirst sehen, die Ergebnisse wirst Du vor lauter Glück kaum beschreiben können.

In Liebe,

Georg

P.S.: Nein, es ist weit mehr als die beiden Hypes „Mindset“ und „Journaling“.

P.P.S.: Wenn Du meinen Newsletter liest, obwohl es für dessen Abo weder ein ungelesenes Freebie gibt, noch einen abgetakelten Kühlschrank im Sonderangebot, dann erfährst Du sofort, wenn ich noch mehr von dieser uralten Methode erzähle. Es sei denn, das Zeug ist Dir zu alt… 

Schreibe..

..Deine Geschichte neu. Hier drei Ideen, die wirken:

Morgenseiten

Alt. Mehr als bewährt. Und nein, nicht Tagebuch. Anders.

Journaling

Ja, Modewort, ja, Hype. Funktioniert trotzdem brillant!

30 mal 1

Faszinierende Methode für Ausweichlerinnen, die dran bleiben wollen.

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