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Du bist nicht gestorben, du hast nur aufgehört, sterblich zu sein

Seit über 30 Jahren beschäftige ich mich mit dem Tod. Er ist die Inkarnation der Liebe. Er berührt mich heute noch, aber erschüttert mich nicht. Dachte ich. Heute lese ich die Nachricht, dass du gegangen bist. Dein Name ist hier nicht wichtig, du möchtest noch nie gerne genannt werden. Saubere Leistung, meine Liebe. Da warst du mir immer schon ähnlich: wenn, dann radikal. Und mit knapp 30 abzutreten ist schon echt radikal. Die Nachricht von deinem Tod hat mich getroffen wie ein Hammerschlag. Erschüttert hat sie mich, die Tränen liefen nicht, sie schossen raus. Verbunden mit dieser Wut und dieser Scheiss Ohnmacht. Weil Krebs auch immer mit Hoffnung zu tun hat. Wiederholt hast du mich gefragt, wie man ein Buch macht, und ich freute mich auf deine Gedanken, die waren wie du: Irgendwie magic. Frech, frei und herausfordernd. Im positiven Sinne. In Dir dabei so unendlich viel Zärtlichkeit und Liebe, so unendlich viel Sehnsucht nach Leben. Und Sein. Du warst und bist mir Begleiterin, Nachdenkerin und nahe Seele zugleich. Du kleine und doch so große und süße Kärtnerin hast mit mir gestritten, gelacht, nachgedacht und geblödelt. Und da konnte es genau werden: Den Satz „MEIN Wörthersee..“ hast du mir immer krummgenommen, weil Dir nicht klar schien, wie dieser See mir gehören könne. All das warst du mir und noch viel mehr. Und all das und noch viel mehr bist du. Weil dein Platz in meinem Herzen immer schon deiner war und es immer sein wird. Und so wie es in Afrika heißt, dass die Toten nicht gestorben sind, sondern lediglich aufgehört haben, sterblich zu sein, so lebst du nicht nur in mir und unzähligen anderen Menschen weiter, sondern auch in Seinem Reich, dort wo das Leben unendlich ist. Dennoch trifft mich dein radikaler Abgang wie ein Hammerschlag. Weil deine Hoffnung auch meine Hoffnung war. Und ich Dich schlicht vermisse. Und so umarme ich meine Tränen und meine Trauer und meine Fassungslosigkeit und meine Wut in inniger Liebe. Weil sie mir zeigen, dass ich auch nach 30 Jahren Tod noch menschlich fühle und vor allem, wie sehr ich dich geliebt habe und immer lieben werde. Wir waren nie ein Paar und es war gut so. Aber wir haben einander liebend erkannt in all unserer Suche, Sehnsucht und Power. Dass ich Dir begegnen durfte, wird mir ewig Geschenk sein. Du wirst mir immer nah sein, obwohl nun weit weg. Du wirst mich auch weiterhin frech anpampen, wenn es mal wieder notwendig ist. Und du wirst mich jetzt frech anlachen, wenn ich nun tue, was du nie mochtest, indem ich Dir zwei Dinge mitgebe: a) Es wird auch weiterhin und jetzt erst recht MEIN Wörthersee sein! So! b) Bitte schnäuz dich nicht ins Tischtuch. Das mag man auch im Himmelreich nicht so… Ich umarme Dich inniglich. Ja ich weiß, die Nummer mit den Tränen magst du auch nicht. Ich kann nur gerade nicht anders…

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